Die Fabel vom Kaninchen
Ich sang bereits vom wilden Bären,
vom Eichhorn und der Nachtigall,
doch heute möchte ich erzählen
von einem grauen Haserl mal.
Denn ehrlich, Leute, mich erschauert’s,
wenn ich den kleinen Hasen seh,
wie er mit seiner Hasendame
voll Leidenschaft gibt Gas — oje.
Er ist wahrlich kein Verführer,
die Ohren groß, das Fell grau,
kein Geld besitzt der kleine Kerl,
doch Talent hat er genau.
Denn nur Talent zählt auf Erden,
darauf besteh ich unbedingt,
weil Talent aus einem Spinner
fast einen wilden Hengst noch bringt.
Und meine These wird bestätigt,
denn niemand hörte je noch klagen,
dass jemals eine Hasendame
sprach von des Hasen Versagen.
Auch ich zog daraus die Lehre
durch diese Gedankenaussaat,
und statt mit andern Bier zu trinken,
knabber ich Möhren mit Salat.