Poezja

E.E. Jeziorek

E.E. Jeziorek

Geschichte einer Bekanntschaft

Ich kenne manche Schwäche gut,
für Wein, Geld und für Übermut,
für schöne Frauen, gutes Essen,
für Dinge, die wir nie vergessen.

Es war an einem Sonntagmorgen,
im Schwimmbad, frei von allen Sorgen.
Da sah ich sie zum ersten Mal –
so blond, so hübsch, phänomenal.

Sie sah mich an, ich sah sie an,
ich schluckte gleich das Beckenwasser.
Da wusste ich im selben Nu:
Die lässt mir heut’ keine Ruh’.

„Entschuld’gen Sie“, sprach sie ganz sacht,
„ob man wohl etwas möglich macht?“
„Natürlich!“, rief ich voller Glück.
„Das kriegen wir schon hin – Stück für Stück!“

„Dann wären Sie so lieb zu mir:
Ein kleiner Wunsch nur, glaube mir.
Nehm’n Sie den Fuß von meinem Bein –
die Leiter hakt mich nämlich ein.“

So fing die große Liebe an,
wie sie verrückter kaum begann.
Im Auto, Lift und Hotelzimmer –
es wurde täglich immer schlimmer.

Sie liebte Handschell’n – welch ein Spaß –,
blies Rauch mir mitten ins Gesicht,
hielt mir die Lampe vor die Augen
und brüllte laut: „Keine Bewegung!“

Ach, was für eine Frau das war!
Ich denk’ noch heut’ mit Gänsehaut.
Und wär’ sie nicht versetzt worden,
wär’ ich noch heut’ bei ihr geborgen.

Ich kenne meine Schwäche gut,
sie grenzt wohl schon an Übermut.
Meine Traumfrau: Sadistin.
Am liebsten wieder eine Polizistin.