Modernisierung
Modernisierung heißt Fortschritt,
doch man gewinnt mehr und mehr den Eindruck,
dass durch diesen ganzen Fortschritt
das männliche Geschlecht in Gefahr gerät.
Früher konnte ein Mann noch jagen
und allerlei Beute nach Hause bringen,
heute lässt man ihn nicht mal einkaufen,
weil er sowieso das Falsche bringt.
Früher baute der Mann noch Hütten,
Boote aus Weiden und Schilf am Fluss,
heute darf er nichts mehr reparieren,
weil es sonst noch teurer werden muss.
Früher hackte der Mann noch Holz
und schleppte Kohlen in den Keller,
heute sind die Wälder fast verschwunden
und selbst Bergleute heizen moderner.
Früher war der Mann unersetzlich
auf dem Feld, im Stall und im Bett,
heute haben ihn Automaten verdrängt,
man begegnet ihnen überall komplett.
Heute will man ihn nicht mal in der Küche,
das Geschirr hat längst die Maschine gewaschen,
und abtrocknen darf er auch nicht mehr,
denn die Maschine trocknet in Etappen.
Im Schlafzimmer ist er längst entbehrlich,
dort läuft alles auch ohne ihn,
wenn er möchte, darf er höchstens
für Batterien zum Kiosk zieh’n.
Früher zog der Mann mit dem Säbel los
und verführte hübsche junge Damen,
heute wird er ohne Viagra
manchmal ziemlich klein beisammen.
Früher konnte ein Mann noch zuschlagen,
um seine Aggression zu kurieren,
heute läuft er zu Psychologen
und lässt Depressionen therapieren.
Modernisierung heißt Fortschritt,
doch so nimmt das Schicksal seinen Lauf,
dass durch diesen ganzen Fortschritt
der Mann am Ende verweichlicht auch.