Du bittest um Verse
Du bittest um Verse vom Dichter, dem Sünder,
der das Geheimnis der Lust will ergründen,
der, um die Seele der Frau zu verstehen,
freiwillig Qualen beginnt zu durchgehen.
Du bittest um Verse vom Dichter, dem Schelm,
der unsre Intimitäten entblößt ohne Helm,
der in Blumen die Liebe kleidet so fein
und würzt sie mit Sehnsucht und Leidenschaft rein.
Du bittest um Verse vom Dichter, dem Stillen,
der schwingend in Wolken folgt leeren Zielen,
der träumt vom Sternenhimmel, Gedanken voll,
und nicht mehr weiß, was er dir schreiben soll.
Er schreibt Satire über dich, meine Schöne,
das endet wohl schnell in verletzten Tönen,
schreibt er Erotik für dich, meine Liebe,
kriegst du die rote Karte vom Mann — und er Hiebe.